Das Lokal Harmonie in Duisburg gehört zu den prägenden Orten für experimentelle Musik im Ruhrgebiet. Der intime Konzertsaal ermöglicht eine konzentrierte Hörsituation, in der sich feinste klangliche Verschiebungen und räumliche Resonanzen unmittelbar entfalten können.
Mit Verena Hentschel, Andrea Ermke x Annette Krebs und dem Wiener Trio INNODE treffen an diesem Abend drei künstlerische Handschriften aufeinander, die Klang als dynamisches Gefüge zwischen Material, Struktur und Transformation begreifen. Elektronische Komposition, Field Recordings, selbstentwickelte Instrumente, Schlagzeug und modulare Synthese bilden dabei ein offenes Feld, in dem sich analoge und digitale Verfahren gegenseitig beeinflussen.
Im Zentrum des Abends stehen Zustände des Übergangs. Klänge entstehen aus Fragmenten, werden verdichtet, geloopt, verschoben oder destabilisiert. Geräusch, Rhythmus und elektronische Texturen treten in wechselnde Beziehungen und lassen Strukturen entstehen, die sich im selben Moment wieder auflösen.
Der Abend steht damit exemplarisch für aktuelle Entwicklungen der experimentellen Musik, in denen Materialität, Imperfektion und Prozesshaftigkeit stärker in den Vordergrund treten.