Im Dortmunder Domicil, einem traditionsreichen Jazzclub mit offenem, anspruchsvollem Programm, bietet die besondere Clubatmosphäre einen idealen Rahmen für außergewöhnliche Klangexperimente. Beim Finale des diesjährigen Festivals BLAUES RAUSCHEN begegnen sich hier drei unterschiedliche künstlerische Positionen.
Mit Merche Blasco, Thomas Lehn x Georg Gräwe sowie Robert Lippok versammelt dieser Abend Künstler*innen, die Klang als offenes Gefüge denken. Nicht das abgeschlossene Werk steht im Zentrum, sondern Übergänge: zwischen akustisch und elektronisch, zwischen Impuls und Verarbeitung, zwischen Setzung und Reaktion.
Material bleibt hörbar als Textur, als Widerstand, als Energie im Raum. Prozesse greifen ineinander, Kreisläufe entstehen, Entscheidungen fallen im Moment. Improvisation erscheint dabei weniger als Stil denn als präzise Form des Handelns innerhalb klarer ästhetischer Parameter.
Ein Konzertabend, der Differenzen nicht einebnet, sondern sie produktiv erkennbar macht, leise, konzentriert und mit großer Aufmerksamkeit für das, was im Klang geschieht.